Scheidung

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Scheidung
Leben
Dauerpaare

 
Ueberreuter-Verlag, Januar 2000, 176 Seiten, Leinen mit Schutzumschlag, 19,90 EUR

 

Trennung und Scheidung positiv bewältigen - oder die Kunst, danach wieder glücklich zu sein

Es braucht einige Zeit, ehe die Wunden der Trennung heilen. Und leicht ist es ganz bestimmt nicht, nach einer Scheidung wieder glücklich zu werden. Aber es geht. Ganz bestimmt. Wie es am besten geht, das zeigt dieses Buch.

 

Vorwort

Manchmal kommt mir die Ehe wie ein Fabelwesen mit zwei Gesichtern vor, das sich - je nach Bedarf oder Situation - entweder von seiner lieblichen Seite oder von seiner häßlichen Seite zeigt. Süß und becircend lächelnd lockt sie ihre Opfer in die Falle, wiegt sie in einem berauschenden Glückszustand. Eines Tages jedoch verwandelt sich das Lächeln in eine häßliche Grimasse, das sich auf seine Opfer stürzt und sie verschlingt.

Niemand ist vor der Tücke dieses Fabelwesens sicher und es spielt mit den Betroffenen wie es ihm gerade gefällt. Wo es ihm zu glatt geht, sticht es mit seinem Speer in die Herzen der Betroffenen und sät Zwietracht und Unfrieden. Wenn es dann zu Turbulenzen kommt, genießt es das Spektakel und Desaster.

Dann wieder stelle ich mir die Ehe wie eine Modelliermasse vor, die zwei Menschen am Tage ihrer Eheschließung überreicht bekommen. Wie zwei Baumeister haben sie es in der Hand, diese Modelliermasse nach ihren Vorstellungen und Wünschen zu formen - immer und immer wieder, denn die Masse ist weich und verformt sich leicht. Was werden sie daraus machen? Ein Kunstwerk oder eine Mißgestalt? Wenn ich mich so umsehe in meinem Umfeld oder im öffentlichen Leben, dann sehe ich viele mißgestaltete Formen.

Nicht die Ehe aber ist das eigentliche Übel, sondern die Menschen in ihrem Streben nach Dominanz sind es, die das Übel verursachen. Sie haben ihre individuellen Vorstellungen von der Ehe und ihre individuellen Erwartungen an die Ehe. Immer mehr komme ich zu der Ansicht, daß viele Menschen den Sinn und Zweck der Ehe mißverstehen. Auf der Suche nach Fürsorge, Geborgenheit, Versorgung, Verstärkung, Ansehen, Sicherheit soll die Ehe Schwächen und Programmfehler des Einzelnen kompensieren. Zwei unvollkommene Individuen klammern sich wie Ertrinkende aneinander und erleben dann ein multipliziertes Gefühl von Stärke, Sicherheit und Vollkommenheit.

Doch das ist nicht wirklich Ehe, sondern ist nur eine Schicksalsgemeinschaft verbunden mit Abhängigkeit. Wenn diese Ehe zerbricht, bricht die Fassade zusammen und die alten Schwächen und Programmfehler kommen wieder zum Vorschein. Die Ehe aber ist kein Dauer-Therapieplatz. Natürlich kann man dem Vakuum danach entfliehen: Eine neue Beziehung stellt die notwendige Fassade wieder her. Und so wandern heute viele Menschen von einer Beziehung zur nächsten, ohne jemals wirklich Glück, Zufriedenheit und innere Ruhe zu finden.

Auch ich befand mich früher in diesem "Beziehungskarussell". Gleich nach meiner ersten Ehe lernte ich meinen nächsten Mann kennen und verliebte mich Knall auf Fall in ihn. Er ließ mich meine Niederlage und meine Wunden vergessen und versetzte mich in eine euphorische Stimmung. Doch es kam nicht zu dem notwendigen Verarbeitungs- und Entwicklungsprozeß, den ich gebraucht hätte. Alte Gedankenmuster blieben erhalten, und so wiederholten sich schließlich dieselben Fehler wie in meiner ersten Ehe. Da halfen alle guten Vorsätze nichts. Ich unterschätzte die Macht meiner inneren Programmierungen.

Als nach zwanzig Jahren auch meine zweite Ehe am Ende war, wurde mir bewußt, daß etwas falsch lief in meinem Leben und in meinen Beziehungen. Beruflich war ich zwar sehr erfolgreich, aber privat lief es einfach nicht so, wie ich es mir wünschte und vorstellte. Mein Traum von einer glücklichen Partnerschaft und einem harmonischen Familienleben erfüllte sich nicht.

Das war der Punkt, an dem ich anfing, wie ein Buchhalter Bilanz zu ziehen, um mir über mein Leben eine klare Übersicht zu verschaffen. Ich fertigte Bestandsaufnahmen an über Materielles, Privates, Ziele und unerfüllte Wünsche. Ich ging wie ein unbestechlicher Revisor vor und zog nüchtern und emotionslos (was mir nicht immer auf Anhieb gelang) die notwendigen Erkenntnisse und Schlüsse.

Dieses Mal stand für mich nicht eine neue Partnerschaft im Vordergrund, die mich von den Schmerzen der zweiten erlösen sollte, sondern nur ein Wunsch: Die mir verbleibende Lebenszeit will und werde ich glücklich sein, ganz egal ob mit oder ohne Mann, und ob mit oder ohne Ehe. Es wurde mir bewußt, daß niemand anders die Verantwortung für mein Lebensglück trägt als ich selbst. Wer aber bin ich? Was will ich wirklich? Wie denke und fühle ich? Was tut mir gut und was nicht? Das alles waren Fragen, mit denen ich mich zum ersten Mal in meinem Leben intensiv auseinandersetzte und über die ich mir Klarheit verschaffte.

Zwei Jahre habe ich benötigt, um mich und mein Leben neu zu orientieren und zu gestalten. Der Weg ist noch nicht zu Ende, denn das Leben ist ein unaufhörlicher Lernprozeß. Ich hatte wunderbare Lehrer, die mich in dieser Zeit unterstützten und förderten. Sie gaben mir Kraft auf diesem neuen Weg, inspirierten und motivierten mich. "Erkenne dich selbst" sagte schon der griechische Philosoph Sokrates und ich lernte mich selbst erkennen. Diese Selbsterkenntnis lenkte mich hin zu einem bewußteren Denken, zu einer neuen Sicht der Dinge. Ich fühlte eine wunderbare, bis dahin unbekannte, innere Stärke und Befreiung je weiter ich auf meinem Weg vorankam.

Die Erkenntnis, daß ich die Fähigkeit und Kraft besaß, allein nicht unterzugehen, sondern wie ein Baumeister mich selbst und mein neues Leben positiv zu gestalten, machte mich zu einem glücklichen und selbstbewußten Menschen. Ich genoß es wieder zu leben, Single zu sein, zu lachen, mich zu erfreuen und neuen Aufgaben und Zielen zuzuwenden. Die oft beängstigenden Herzschmerzen, die mich über die letzten Jahre begleitet hatten, verschwanden daraufhin fast völlig. Statt dessen fühlte ich eine unbändige Lebenslust, so wie ich sie nur selten vorher empfunden hatte.

Ich begreife nun, daß eine Ehe als Basis zwei erwachsene, bewußte und gefestigte Menschen benötigt, die behutsam und geschickt mit der Modelliermasse "Ehe" umgehen und gemeinsam ein Kunstwerk daraus gestalten. Liebe und Ehe gehören zusammen, aber auch Liebe ohne Ehe ist ein gangbarer, akzeptabler Weg im zweiten Lebensabschnitt, in dem der Kinderwunsch ohnehin keine Rolle mehr spielt.

Meinen Weg zum neuen Glück habe ich in 12 Schritten zusammengefaßt, und zwar so, daß es ein konstanter, solider und ganzheitlicher Entwicklungsweg ist. Mit diesen Schritten will ich Ihnen, liebe Leserin, und natürlich auch Ihnen, lieber Leser, eine wichtige Hilfestellung anbieten, wie Sie Ihre persönliche Krisenzeit nach Trennung und Scheidung besser bewältigen und wieder glücklich werden können. Nehmen Sie Ihr Schicksal in die Hand, denn nur Sie können daran etwas ändern. Warten Sie nicht darauf, daß ein Wunder geschieht oder Ihnen jemand aus der Krise hilft. Sie, und nur Sie allein sind Ihres Glückes Schmied! Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und beim Kreieren Ihres neuen Lebens.

 

Christine Gottwald

 

Inhalt

Vorwort

Jede 3. Ehe wird heute geschieden

12 Schritte zu neuer Lebensfreude

1. Schritt: Lassen Sie sich Zeit

2. Schritt: Das neue Leben - eine wunderbare Chance

3. Schritt: Arbeiten Sie an sich selbst

4. Schritt: Analysieren Sie Ihr Lebensumfeld

5. Schritt: Tun Sie sich so oft wie möglich Gutes

6. Schritt: Gönnen Sie sich Liebe

7. Schritt: Zapfen Sie Quellen der Kraft und Freude

8. Schritt: Sorgen Sie dafür, daß Sie genügend Geld haben

9. Schritt: Setzen Sie sich neue Ziele

10. Schritt: Tun Sie Dinge, die Ihr Selbstbewußtsein fördern

11. Schritt: Suchen Sie sich neue Hobbies und Interessen

12. Schritt: Suchen Sie sich Menschen, die Sie fördern

Ein wichtiges Wort zum Abschluß

 

Englisch

 

 

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Stand: 05. September 2007
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